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Albert Einstein wurde durch seine Geburt, am 14. März 1879 in Ulm (Baden-Württemberg), deutscher Staatsbürger. 17 Jahre später, am 28. Januar 1896, wurde er auf eigenen Wunsch und mit der Zustimmung seines Vaters aus der württembergischen und damit aus der deutschen Staatsangehörigkeit entlassen. | |
| In den nächsten fünf Jahren blieb Einstein staatenlos. | ||
| Am 21. Februar 1901 wurde er in das Bürgerrecht der Stadt Zürich aufgenommen und damit Schweizer. Er blieb es bis an sein Lebensende. | ||
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Durch den Eintritt in den deutschen Staatsdienst im April 1914, u. a. als hauptamtliches Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und Professor an der Universität Berlin, wurde Einstein wieder Deutscher. Durch die politischen Machtverhältnisse und die damit verbundenen Geschehnissen in Nazi-Deutschland, trat er im März 1933 aus dem Staatsdienst aus und verlor dadurch auch die deutsche Staatsangehörigkeit. | |
| In der Zeit von 1933-1940 besaß Einstein nur die schweizerische Staatsangehörigkeit. | ||
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Am 1. Oktober 1940 leistete Einstein den Eid auf die amerikanische Verfassung und wurde damit Amerikaner. Er war jetzt Schweizer und Amerikaner und blieb es bis zu seinem Tod am 18. April 1955. |
Immer wieder wird die Frage gestellt: "Wie hoch war Albert Einsteins IQ?"
Der Intelligenzquotient (IQ) ist ein Maß für intellektuelle Begabung. Der Begriff wurde 1912 von dem deutschen Psychologen und Philosophen Wilhelm Stern (1871-1938) geprägt. Der IQ wird bestimmt durch das Verhältnis von Intelligenzalter (I A) und dem Lebensalter (L A) der Person. In standardisierten Testverfahren (IQ-Tests), bei denen die allgemeine Intelligenz geprüft wird, wird dasI A ermittelt. Der IQ ergibt sich dann aus der Formel IQ = (I A/L A)*100. Die Auswertung geschieht mittels IQ-Skalen, die aber unterschiedlich sein können. So verwenden z.B. die Amerikaner Skalen, die IQ-Werte bis weit über 200 zulassen. Dabei liegt der Mittelwert der meisten Skalen bei einem IQ von 100. Dieser Wert entspricht einer normalen Begabung. Bei der Angabe des jeweiligen IQ' s muss die verwendete IQ-Skala mit angegeben werden.
Beispiel einer IQ-Skala:
| IQ | Intelligenzgrad |
|---|---|
| über 140 | hervorragend |
| 120 - 139 | sehr gut |
| 110 - 119 | gut |
| 90 - 109 | mittelmäßig, normale Begabung |
| 80 - 89 | gering |
| 70 - 79 | sehr gering |
| unter 69 | äußerst gering |
Nun zurück zu der anfänglich erwähnten Frage nach Einsteins IQ.
Soweit heute bekannt ist, hat sich Albert Einstein nie einem IQ-Test unterzogen. Sein IQ ist also unbekannt!
In den 20er Jahren hatten Wissenschaftler versucht, u. a. mittels biographischer Daten, den IQ verstorbener Persönlichkeiten, wie z.B. von Mozart (1756-1791) und Goethe (1749-1832), zu schätzen; so auch den von Albert Einstein. Der für Einstein ermittelte Wert lag zwischen 160 und 180. Aber diese grobe Schätzung kann nicht als Einsteins IQ gelten!
Wenn man sich mit der Biographie Albert Einsteins beschäftigt, dann findet man in der Beschreibung seiner Jugendjahre Hinweise auf zwei "Wunder". Diese beiden "Wunder", die Begegnung mit einem Kompass und einem Geometriebuch, haben seinen weiteren Lebensweg stark geprägt.
Dem ersten "Wunder" begegnete der kleine Albert als ihm sein Vater einen Kompass zeigte, der ihn tief beeindruckte.
Im Alter von 67 Jahren erinnerte sich Albert Einstein in seinem "Nekrolog" ("Autobiographisches"), den er für das von Paul Arthur Schilpp herausgegebene Buch, "Albert Einstein als Philosoph und Naturforscher" geschrieben hat, an diese Erlebnisse.
Zum Kompass, dem ersten "Wunder", schrieb er:
"Ein Wunder solcher Art erlebte ich als Kind von 4 oder 5 Jahren, als mir mein Vater einen Kompass zeigte. Dass diese Nadel in so bestimmter Weise sich benahm, passte so gar nicht in die Art des Geschehens hinein, die in der unbewussten Begriffswelt Platz finden konnte (an "Berührung" geknüpftes Wirken). Ich erinnere mich noch jetzt - oder glaube mich zu erinnern - dass dies Erlebnis tiefen und bleibenden Eindruck auf mich gemacht hat. Da musste etwas hinter den Dingen sein, das tief verborgen war. Was der Mensch von klein auf vor sich sieht, darauf reagiert er nicht in solcher Art, er wundert sich nicht über das Fallen der Körper, über Wind und Regen, nicht über den Mond und nicht darüber, dass dieser nicht herunterfällt, nicht über die Verschiedenheit des Belebten und des Nichtbelebten."
Zu seinem "heiligen Geometriebüchlein", dem zweiten "Wunder", schrieb er:
"Im Alter von 12 Jahren erlebte ich ein zweites Wunder ganz verschiedener Art: an einem Büchlein über Euklidische Geometrie der Ebene, das ich am Anfang eines Schuljahres in die Hand bekam. Da waren Aussagen wie z. B. das Sichschneiden der drei Höhen eines Dreieckes in einem Punkt, die - obwohl an sich keineswegs evident - doch mit solcher Sicherheit bewiesen werden konnten, dass ein Zweifel ausgeschlossen zu sein schien. Diese Klarheit und Sicherheit machte einen unbeschreiblichen Eindruck auf mich. Dass die Axiome unbewiesen hinzunehmen waren, beunruhigte mich nicht. Überhaupt genügte es mir vollkommen, wenn ich Beweise auf solche Sätze stützen konnte, deren Gültigkeit mir nicht zweifelhaft erschien.
Ich erinnere mich beispielsweise, dass mir der pythagoräische Satz von einem Onkel mitgeteilt wurde, bevor ich das heilige Geometriebüchlein in die Hand bekam. Nach harter Mühe gelang es mir, diesen Satz auf Grund der Ähnlichkeit von Dreiecken zu "beweisen"; dabei erschien es mir "evident", dass die Verhältnisse der Seiten eines rechtwinkligen Dreiecks durch einen der spitzen Winkel völlig bestimmt sein müssen. Nur was nicht in ähnlicher Weise "evident" erschien, schien mir überhaupt eines Beweises zu bedürfen. Auch schienen mir die Gegenstände, von denen die Geometrie handelt, nicht von anderer Art zu sein als die Gegenstände der sinnlichen Wahrnehmung, "die man sehen und greifen konnte"."
Heute ist man sich nicht sicher um welches Buch es sich bei Einsteins "heiligem Geometriebüchlein" handelt. Es gibt drei verschiedene Titel die in Frage kommen:
Der junge Albert Einstein besaß alle drei Bücher. Das Buch von T. Spieker hatte er von Max Talmud (später: Talmey), einem jüdischen Medizinstudenten. Das Buch von H. B. Lübsen stammte aus der Bibliothek seines Onkels Jakob Einstein und das von A. Sickenberger hatte er von seinen Eltern.
| Literaturnachweis | ||
|---|---|---|
| Hrsg. P. A. Schilpp | Albert Einstein als Philosoph und Naturforscher | Braunschweig 1983 |
| Hrsg. John Stachel, u.a. | The Collected Papers of Albert Einstein, Volume 1 | Princeton 1987 |
In New York, 490 Riverside Drive direkt am Hudson River, steht die 1929 erbaute Riverside Church. Die finanziellen Mittel für das protestantische Gotteshaus stellte John D. Rockefeller Jr. zur Verfügung. Der gotische Glockenturm hat eine Höhe von 120 m, und von dort oben hat man einen sehr schönen Ausblick auf Upper Manhattan. In diesem Glockenturm befindet sich das größte Glockenspiel der Welt. Es besteht aus 74 Glocken! Die Stundenglocke wiegt 20 Tonnen und ist die größte und schwerste gestimmte Glocke die jemals hergestellt wurde. Im inneren der Kirche befindet sich, neben vielen Skulpturen, Gemälden und sonstigen sakralen Kunstgegenständen, auch die Orgel. Diese besteht aus 22000 Pfeifen, hat einen wunderschönen Klang und ist eine der größten Orgeln der Welt.
Der Innenraum und die Außenfassaden des Gotteshauses sind mit vielen Skulpturen verziert, wobei in Bereichen der Außenfassade auch solche von großen Gelehrten aller Zeiten und Völker zu sehen sind. Bei der Festlegung, welcher Gelehrter in Stein gehauen werden sollte, fiel auch der Name von Albert Einstein. Aus verschiedenen Gründen aber war Einstein als Skulptur umstritten. Erst nach einer Umfrage bei namhaften Wissenschaftlern in Amerika, entschied man sich auch für ihn. So wurde Einstein, neben Persönlichkeiten wie z.B. Euklid, Pythagoras, Archimedes, Galileo, Kepler, Newton, Faraday, Darwin, Pasteur, um nur einige zu nennen, am West Portal der Riverside Church verewigt.
1930, während eines Aufenthaltes in New York, besuchte Albert Einstein mit seiner Frau auch die Riverside Church. Bei der ausführlichen Führung durch die Kirche zeigte man Einstein auch die Skulpturen am West Portal. Man sagte ihm, dass von den hier zu sehenden Skulpturen nur eine einen lebenden Menschen darstellt, nämlich ihn selbst. Was mag Einstein in diesem Augenblick gedacht haben, als er das hörte und sich in Stein verewigt sah? Zeitzeugen berichteten, dass er still und nachdenklich die Skulptur betrachtet habe. Vorstellbar wäre aber auch ein verschmitztes Lächeln und eine ironische Bemerkung.
Albert Einstein und Albert Schweitzer (1875-1965) haben zueinander eine Seelenverwandtschaft empfunden und hatten viele Gemeinsamkeiten. Beide in Deutschland geboren, Schweitzer 4 Jahre vor Einstein, erlebten sie das Kaiserreich, die Weimarer Republik, Nazi-Deutschland, zwei Weltkriege und das Atomzeitalter. Im Laufe ihres Lebens erhielten beide weltweit zahlreiche Auszeichnungen, Preise und Ehrenpromotionen. Unter anderem erhielten sie den Nobelpreis (Einstein: 1921 den Nobelpreis für Physik; Schweitzer: 1952 den Friedensnobelpreis) und waren Träger des Ordens Pour le mérite.
Nach Einsteins Tod schrieb seine Sekretärin Helen Dukas im April 1957 an Schweitzer: "So vieles, was Sie in Ihren Briefen sagen, könnte Einstein selbst geschrieben haben."
Albert Einstein und Albert Schweitzer strebten unaufhörlich nach Wahrheit, Frieden, Freiheit und Menschlichkeit. Sie setzten sich für verfolgte und bedrohte Menschen ein und erhoben immer wieder lautstark ihre Stimme gegen den Wahnsinn des Wettrüstens und gegen die Atomkriegsgefahr.
1953 sagte Einstein über Schweitzer:
"Er ist nach meiner Meinung der einzige Mensch in der westlichen Welt, der eine mit Gandhi vergleichbare übernationale moralische Wirkung auf diese Generation gehabt hat. Wie bei Gandhi beruht die Stärke dieser Wirkung überwiegend in dem Beispiel, das er durch sein praktisches Lebenswerk gegeben hat."
Das amerikanische Nachrichtenmagazin Time hat zum Ende des Jahrhunderts Albert Einstein zur "Person of the Century" gekürt. Auf den zweiten Platz kam der frühere amerikanische Präsident Franklin Delano Roosevelt (1882-1945). Dritter wurde der indische Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi (1869-1948).
Die Time hatte ihre Leser auf ihrer Website aufgefordert, die für die Menschheit wichtigste Person des Jahrhunderts zu wählen. In der letzten Time - Ausgabe des Jahrhunderts (December 31, 1999 Vol. 154 No.27) wurde dann das Ergebnis bekannt gegeben und ausführlich wurde die "Person of the Century", Albert Einstein, dem Leser näher gebracht.
Interessanterweise hat man einen Naturwissenschaftler zum Sinnbild des letzten Jahrhunderts gewählt. Einstein war nicht nur der Wissenschaftler, der die Physik seiner Zeit revolutioniert, und mit seinen Theorien unser Weltbild geprägt hat. Er war auch ein Mensch, der sich als Pazifist mit großem Engagement für den Frieden und die Freiheit in der Welt eingesetzt hat.
"Einstein war nicht nur ein großer Naturwissenschaftler, er war auch ein großer Mensch. Er war ein Symbol für den Frieden in einer Welt, die auf den Krieg zusteuerte. Er blieb gesund in einer kranken Welt, und er blieb liberal in einer Welt voller Fanatiker."
Bertrand Russell (1872-1970), britischer Mathematiker, Philosoph und Soziologe
Das mag mit ausschlaggebend dafür gewesen sein, dass die Menschen in dem am 18. April 1955 verstorbenen Albert Einstein die "Person of the Century" gesehen haben.
Das deutsche Nachrichtenmagazin Der Spiegel kürte zum Ende des Jahrhunderts Albert Einstein zum "Jahrhundertgenie". In der Ausgabe Nr. 50/1999 des Magazins, wurde Einsteins Leben und Werk in einem mehrseitigen Artikel gewürdigt.
(jb)